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Ö-Tour an Ricco
(11.07.2010)
Der Italiener Riccardo Ricco gewann trotz Nasenbeinbruch und weiterer massiver Verletzungen die Österreich-Rundfahrt.
Riccardo Ricco rettete sein Gelbes "Wiesbauer-Osttirol"-Führungstrikot nach Wien! Der schwer angeschlagene Italiener, der gestern beim Zeitfahren in Podersdorf schwer gestürzt war, konnte seinen 38 Sekunden Vorsprung auf den Spanier Sergio Pardilla trotz großer Schmerzen verteidigen. Den Sieg in Wien sicherte sich Rabobank-Profi Graeme Brown, der erstmals Andre Greipel bezwingen konnte.
Gleich nach dem Start der 122,8 Kilometer langen Abschlussetappe von Podersdorf am Neusiedler See zum Wiener Burgtheater kam es zu zahlreichen Attacken. Vier Österreichern - Matthias Brändle (Footon-Servetto), Riccardo Zoidl (Arbö Gourmetfein Wels), Dominik Brändle sowie Stefan Kirchmair vom Team Tyrol - gelang eine erfolgreiche Flucht bis Wien. Auf der vorletzten von zehn Runden auf der Ringstraße war es durch das hohe Tempo der Sprinterteams um die Spitzengruppe geschehen - und so kam es zum dritten Massensprint bei der Österreich Rundfahrt 2010.
Der Australier Graeme Brown brach den Bann des HTC-Columbia-Zuges. "Endlich hat es hier mit dem Sieg geklappt", jubelte der Rabobank-Profi, der im Massensprint die beiden Deutschen Robert Förster und Andre Greipel in Schach hielt. "Wir haben uns heute verkalkuliert und zu früh angetreten", meinte Greipel, der mit seinem sechsten Etappensieg binnen zwei Tour-Jahren Geschichte geschrieben hätte. Als Trost gewann der zweifache Etappensieger Greipel das "Megadrive"-Punktetrikot.
Ricco dritter italienischer Gesamtsieger!
Nach Daniele Nardello 1997 und Maurizio Vandelli, der 1999 knapp vor Georg Totschnig gewann, holte sich Riccardo Ricco als dritter Italiener den Gesamtsieg bei der Österreich-Rundfahrt. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern kurvte der Ceramica-Flaminia-Profi heute aber einbandagiert nach Wien. Nach seinem gestrigen schweren Sturz dachte er vorerst an ein vorzeitiges Ende: "Als ich da auf der Straße lag dachte ich, jetzt ist alles vorbei. Im Krankenhaus wurde mein Knie mit zwölf Stichen genäht." Die achte und letzte Etappe der Ö-Tour war durch hohes Tempo geprägt, doch Ricco hielt sich stets im Feld auf: "Es war hart heute, denn klar hab ich die Schmerzen gespürt. Aber es war eine tolle Rundfahrt für mich, mein erster großer Rundfahrtsieg. Zudem habe ich die beiden wichtigsten Etappen gewonnen."
Großer Erfolg für Josef Benetseder
Den größten Erfolg seiner Karriere konnte Josef Benetseder von Vorarlberg-Corratec bereits vor zwei Tagen fixieren, als er sich nach einer langen Flucht das "Wiesbauer"-Bertrikot sicherte. Die beste Mannschaft der Rundfahrt war das US-amerikanische Team Radio Shack vor Katusha. Als beste heimische Mannschaft entpuppte sich das junge Team Tyrol auf Rang zwölf. In der U25-Wertung legte der Russe Artem Ovechkin eine Talentprobe ab. Seit Mai dieses Jahres fährt der Allrounder, der heute seinen 24. Geburtstag feiert, bei der russischen Mannschaft und belegte im Gesamtklassement Rang fünf.
Stefan Denifl vom Cervelo Test Team wurde als Siebenter mit 4:17 Minuten Rückstand bester Östereicher sowie Zweiter in der U25-Wertung. Als zweitbester Österreicher schaffte es ein engagiert fahrender Matthias Brändle auf den 13. Platz. "Ich war gut in Form und bin in den Bergen und vor allem gestern beim Zeitfahren sehr gut gefahren. Mit meinem siebenten Platz bin ich absolut happy, denn die Konkurrenz war heuer so stark wie nie zuvor", sagte der junge Tiroler Stefan Denifl im Ziel.
Story: Martin Roseneder / ÖRV Pressedienst
Foto: Niki Wagner
Link: www.radsportverband.at
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