Magazin, Moderation & Mehr  
HOME

Epochaler Erfolg
 
(28.03.2010)
Der 29-jährige Steirer Bernhard Eisel hat als erster Österreicher den belgischen Radklassiker Gent - Wevelgem gewonnen.

Epochaler Erfolg Bernhard Eisel setzte sich nach 219 Kilometern im Sprint einer auf sechs Fahrer dezimierten Spitzengruppe klar vor den Belgiern Sep Vanmarcke und Philippe Gilbert durch. Der US-Amerikaner George Hincapie wurde Vierter.

"Das ist mein schönster Sieg, denn bisher mochte ich Gent - Wevelgem nicht wirklich. Es ist ein sehr schwerer Kurs, man muss dauernd gegen den Wind kämpfen, das mag ich nicht. Aber nun wird es meine große Liebe werden", freute sich Eisel am Ende der 72. Auflage.

Eine Schrecksekunde gab es hingegen für den Kärntner Peter Wrolich, der unmittelbar nach dem Start stürzte. Doch der 35-Jährige biss die Zähne zusammen und fuhr trotz leichter Verletzungen im Mundbereich weiter. "Wir sind hier in Belgien, da muss man einfach mehr einstecken können als anderswo und genau das kann Paco", lobte sein Sportlicher Leiter Ralf Grabsch den Kampfeswillen des Milram-Routiniers.

Die Vorentscheidung um den Sieg fiel rund zwölf Kilometer vor dem Ziel in Wevelgem, als die zu diesem Zeitpunkt noch neun Fahrer starke Gruppe das Tempo an der Spitze verschärfte. Prompt mussten Alexander Kuschynski (RUS), Maxim Iglinsky (KAZ) sowie der spanische Mailand-San-Remo-Sieger Oscar Freire, der im Sprint Eisels schärfster Gegner gewesen wäre, abreißen lassen. "Als ich gesehen habe, dass er nicht mehr dabei ist, habe ich gedacht, dass das eine gute Chance ist", blickte Sprintspezialist Eisel auf die entscheidenden Momente zurück.

Mit einer Attacke des Belgiers Jürgen Roelandts wurde drei Kilometer vor dem Zielstrich das Finale in der Spitzengruppe richtig eröffnet. Auf der Zielgeraden war in der Folge US-Meister George Hincapie (BMC) der erste Fahrer, der auf den hektischen Schlusskilometern einen Angriff lancierte. Doch Eisel, der die Situation am schnellsten erfasste, fuhr die entscheidende Konterattacke, der letztlich nur Vanmarcke und Gilbert folgen konnten. Im Sprint mussten sich beide um mehr als eine Radlänge geschlagen geben. "Berni hatte alles unter Kontrolle", bilanzierte Tristan Hoffmann, der Sportliche Leiter des Columbia-Teams.

Bereits vor dem über acht Anstiege führenden Rennen hatte Eisel gemeint, er sei derzeit so gut in Form wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Und mit der Flandern-Rundfahrt und Paris - Roubaix, wo Eisel nun zu den Favoriten zählt, stehen seine erklärten Lieblingsrennen erst auf dem Programm. "Nach diesem Sieg ist für mich alles möglich."

Seine bis dato größten Erfolge hatte der Steirer Bernhard Eisel mit zwei Etappensiegen bei der Tour de Suisse in den Jahren 2005 und 2009 gefeiert. Bei der Tour de France 2005 wurde er in Karlsruhe Tagesdritter, vor zwei Jahren hatte er es bei der Tour gleich acht Mal in die Top Ten, aber nicht auf das Podium geschafft.

Text: ÖRV Pressedienst, Foto: privat

Link: www.radsportverband.at